Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

Georg Salter

Buchdesigner in Berlin, 1922 - 1934

 


Erfolgreiche Selbstvermarktung - bis nach Großbritannien

Veröffentlicht am 11.12.2016

Mit spektakulären Entwürfen wie für "Berlin Alexanderplatz" oder "Ein Pfund Orangen" hatte sich Georg Salter um 1930 nach wenigen Berufsjahren zu einem der bekanntesten deutschen Buchgestalter entwickelt.  Diese beachtliche Karriere wurde durch regelmäßige Aufträge für die wichtigsten bürgerlichen Verlage (v.a. G. Kiepenheuer und S. Fischer) und entsprechend bedeutende Autorinnen und Autoren (wie Joseph Conrad, Lion Feuchtwanger, Heinrich Mann oder Jakob Wassermann) begünstigt, nicht zuletzt aber auch durch eine geschickte Selbstvermarktung. Obwohl als Persönlichkeit wohl eher schüchtern, achtete Salter beruflich darauf, seine Umschläge möglichst zu signieren. Zusätzliche Bekanntheit bescherte ihm seine Lehrtätigkeit an der "Höheren Graphischen Fachschule" sowie die auffallend häufige Erwähnung in Fachbüchern und -zeitschriften. Einen ersten Höhepunkt markierte hier der ausführliche Beitrag Eberhard Hölschers in der Zeitschrift "Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik" mit farbigen Originalbeispielen seiner Schutzumschläge (1930).

Dieser Beitrag, der auch in einem von Salter gestalteten Sonderdruck erschien, diente offenbar anderen Publikationen unmittelbar als Anregung. Beispiele aus der Veröffentlichung waren jedenfalls im selben Jahr in "Hoffmanns Schriftatlas" ("Ein Pfund Orangen") und ein Jahr später sogar im britischen Jahrbuch "Modern Publicity" ("BDG-Blätter") zu sehen. "Hoffmanns Schriftatlas" mit Alphabeten und Anwendungen zum zeitgenössischen Schriftschaffen zeigte Salters Schutzumschlag im Abschnitt "Konstruierte Schriften". Die Herausgeber des britischen Jahrbuchs zur Gebrauchsgraphik scheinen Salter nicht näher gekannt zu haben. Anderenfalls wäre in der Bildunterschrift zur immerhin ganzseitigen farbigen Abbildung der "BDG-Blätter" gewiss zumindest Salters Vorname genannt worden.  Eventuell war diese Würdigung freilich die erste in der angelsächsischen Welt. Nach Salters Emigration 1934 sollten ihr viele weitere folgen.

Eberhard Hölscher, Georg Salter, in: Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik 67, H.9 (1930),  36 S. (Deutsche Buchkünstler und Gebrauchsgraphiker der Gegenwart).Eberhard Hölscher, Georg Salter, in: Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik 67, H.9 (1930), 36 S. (Deutsche Buchkünstler und Gebrauchsgraphiker der Gegenwart).